Uit de Krant 2007

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Timing und Harmonie entscheiden
(13 September 2007)

Der Mosnanger Markus Alpiger ist Chef Leistungssport beim Schweizerischen Tauziehverband

Mosnang. Die Vorbereitungen für Europameisterschaften im Seilziehen in Minehead GB vom 20. bis 23. September sind in vollem Gang. Das Training ist soweit abgeschlossen. Ab jetzt gilt es, mental den Körper und Geist vorzubereiten.
Fränzi Göggel

Im Gespräch mit Markus Alpiger wird schnell klar, wie viel Herzblut und Leidenschaft im Seilziehen drin steckt. Zu Unrecht ist Seilziehen immer noch eine Randgruppe im Spitzensport. In der Schweiz gibt es etwa 400 Lizenzierte, wovon etwa 50 Athleten allein aus Mosnang stammen. Eine gewisse Grundmuskulatur, der Wille zu hartem Training und Disziplin sind die idealen Voraussetzungen, um in der Elite zu ziehen. «Es braucht nicht die stärksten, um auf diesem Level zu ziehen. Timing, Harmonie und Integration müssen stimmen», erklärt Alpiger diesen Sport.

Aktiv an vielen Fronten
Markus Alpiger ist mittlerweile 39 Jahre jung, er begann 1989 im Seilziehclub Alttoggenburg seine Karriere. Vier Jahre später wurde er vom Club für das Traineramt angefragt. Ab 1999 war er Nationaltrainer, engagierte sich stark für die EM in Bütschwil (2001) und absolvierte zwischendurch an der Sportschule in Magglingen den Kurs zum diplomierten Trainer Spitzensport. Um seine Familie, den Wunsch ein Haus zu bauen, den Beruf (Zimmermann) und das Seilziehen unter einen Hut zu bringen, waren Alpigers Tage zu kurz. Er entschloss sich zu reduzieren, nur noch die Mannschaft zu coachen und mit dem aktiven Spitzensport aufzuhören. Nun ist er zu Spitzenzeiten im Herbst stark engagiert, und kann sonst vieles von zu Hause aus erledigen.

Viel Idealismus und Herzblut
Es braucht schon eine gehörige Portion Idealismus, um sich seit nahezu 20 Jahren für einen Sport in Fronarbeit zu engagieren. «Mein Motor ist die Begeisterung für Dynamik und mein Herz für den Seilziehsport. Geht ein Kampf über zehn Minuten, spüre ich als Coach die Wogen der Dynamik. Als ich noch aktiv zog, hatten wir Kämpfe gegen Spanien, die dauerten manchmal 16 Minuten», schwärmt Alpiger und seine Augen leuchten. «Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft war und ist heute noch unbeschreiblich gut. Auch Spitzenleute, die mehr als vierzig Lenze zählen, sind voll dabei und bringen die für das Seilziehen wichtige Erfahrung mit», fügt er an.

Fokussiert auf den Gegner
Sechs Verbandstrainer, wovon zwei aus Mosnang sind (Hanspeter Koch bei der 640 kg Elite und Lukas Stillhart bei der U19 Mannschaft) selektionieren die Athleten für die Elite. Die Auswahl findet anhand von Testserien an drei Austragungsorten statt. Alpiger hat eine beratende Funktion.

Wichtiges Mentaltraining
Die üblichen drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche werden im Winter leicht reduziert, in Hinblick auf die EM aber wieder intensiviert. Für Alpiger hat das mentale Training einen ebenso hohen Stellenwert wie die körperliche Fitness. Visualisierende Bewegungsabläufe oder Atmungstechnik sind für die Sportler schon lange keine Fremdwörter mehr. Im Wettkampf macht sich das bezahlt. Das Team funktioniert dann fast selbständig. Der Coach beobachtet die gegnerische Mannschaft genauestens. «Ich schaue dabei kaum auf meine eigene Mannschaft», erklärt Markus Alpiger. Mit den taktischen Anweisungen an die eigene Mannschaft werden so die Fehler des Gegners gnadenlos ausgenützt.

Geradlinig sind seine Ziele
Die Schweiz hat in England drei Titel zu verteidigen. Markus Alpiger erwartet von sich, noch an der Weltmeisterschaft 2012 in Appenzell dabei zu sein und hofft auf Inputs für die Clubs in der Schweiz. Sein kurzfristiges Ziel ist, dem Verband Strukturen zu geben um zu wachsen.
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